Historie

Als in Hürth das Wasser zu fließen begann.

Als in Hürth das Wasser zu fließen begann.

Wenn man heute einen Wasserhahn aufdreht, dann ist es ganz normal, dass frisches, klares Trinkwasser daraus strömt; in bester Qualität. Vor etwas über 100 Jahren war das noch nicht alltäglich. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts bekamen die Menschen in Hürth ihr Wasser aus hauseigenen Brunnen oder über Handpumpen in den Häusern. Zum Waschen und als Viehtränke nutzte man die Bäche im Stadtgebiet wie z. B. den Duffesbach, der bis zu seiner Verrohrung 1927 offen durch die Bachstraße in Efferen floss.

Bau Wasserwerk

1896 bereits musste man sich innerhalb der Bürgermeistereien von Efferen und Hürth über das Wasser Gedanken machen. Der Grund: Die stark anwachsende Bevölkerung und der durch den zunehmenden Abbau der Braunkohle am Ostabhang der Ville sinkende Grundwasserspiegel. Darüber hinaus verschlechterte sich zunehmend die Qualität des Wassers aus den Hausbrunnen; unter anderem durch die Nähe ihres Wassers zur Oberfläche, die es schädlichen Umwelteinflüssen aussetzte.

Auch stieg die Wasserhärte. Dies belegt ein Gutachten aus dem Jahr 1896. Eine oberhalb Fischenich liegende Waldquelle, die "seit Menschengedenken bestand", versiegte, bevor man sie nutzbar machen konnte. Also beschlossen die Bürgermeistereien Efferen und Hürth noch im August desselben Jahres den Bau eines gemeinsamen Wasserwerkes und eines Rohrnetzes, an das alle Haushalte angeschlossen werden sollten; Vorbilder dafür fanden sich bereits in anderen Gemeinden wie Frechen oder Brühl. Es war die erste gemeinsame öffentliche Versorgungsaufgabe der beiden damals noch selbständigen Bürgermeistereien und gleichzeitig die Geburtsstunde der heutigen Stadtwerke.

Der Beschluss erntete bei den Hürther Bürgerinnen und Bürgern allerdings keinen sonderlichen Applaus. Grund dafür war der so genannte "Wasserzins", schließlich bekam man das Wasser ja bisher kostenlos aus dem eigenen Brunnen. Warum nun also zahlen? Die Hürther wurden aktiv und sammelten Unterschriften. Wasser sei ausreichend und von guter Qualität vorhanden, argumentierten sie. Doch dem Fortschritt geboten sie mit ihrem Protest keinen Einhalt.

An der Luxemburger Straße in Efferen baute man nach Plänen des Düsseldorfer Ingenieurs Ehlert ein Wasserwerk. Zwar sprudelte 1898 das erste Wasser aus Hürther Wasserhähnen, doch erst am 14. Juli 1900 war das komplette Wasserwerk fertig gestellt. Und das Wasser war gut: Trinkwasser allerbester Qualität, das keinerlei weiterer Aufbereitung bedurfte. Die Nahrungsmittel-Untersuchungsanstalt der Stadt Düsseldorf bescheinigte die uneingeschränkte Eignung für Wasserleitungszwecke, die brautechnische Untersuchungsanstalt Augsburg nannte das Wasser sogar "wegen seiner chemischen Zusammensetzung und mittlerer Härte vorzüglich geeignet für die Zwecke der Brauerei und Mälzerei".

Bau Wasserwerk 2

Als markantestes sichtbares Zeichen des Wasserfortschrittes in Hürth prangte der Wasserturm über der so genannten "Kranzmaar" bei Kendenich. 1898 erbaut, versorgte er das Hürther Wassernetz mit dem nötigen Druck. Anfänglich fasste er 250 Kubikmeter Wasser. 1920 wurde er bis auf 575 Kubikmeter aufgestockt. 1928 erweiterte man seine Kapazität erneut. Er konnte nun 650 Kubikmeter Trinkwasser speichern.

Die Kosten für den Bau des Wasserwerkes, des Wasserturms und des Rohrnetzes beliefen sich auf eine halbe Million Reichsmark, für damalige Verhältnisse eine stolze Summe. 490.000 Mark davon musste die Gemeinde als Darlehen aufnehmen.

Ein 52 Kilometer langes Rohrnetz speiste 1.600 Wasseranschlüsse und versorgte rund 12.000 Hürther Bürger. Gefördert wurde das Wasser aus einem 24 Meter tiefen Brunnen.

Das Netz wächst.

Netzbau

In den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wuchsen die Industrien in Hürth -und damit die Bevölkerung - stark an. Der Verwaltungsbericht der Gemeinde für die Jahre 1903 und 1904 erwähnt für den Bereich des Wasserwerkes, dass die Hürther Bürgerinnen und Bürger nunmehr die Vorzüge des neuen Wassernetzes zu schätzen wüssten. Der Fortschritt hatte sich nun also doch seinen Weg bis in die Köpfe der Menschen gebahnt. Und brachte Veränderungen. 1910 teilte man das Wassernetz in zwei Zonen, eine Hoch- und eine Niederzone. Der Wasserturm in der Kranzmaar versorgte die Hochzone, ein neu gebauter Erdbehälter in Kendenich die Niederzone.

Die Dreißiger. Köln will Efferen.

Im Jahre 1930 versuchte Kölns damaliger Oberbürgermeister Konrad Adenauer, später erster Bundeskanzler nach dem zweiten Weltkrieg, durch Eingemeindungen Größe und Bedeutung Kölns auszubauen.

Köln will Efferen

Adenauer hatte auch auf das damals noch selbständige Efferen ein Auge geworfen, es sollte Kölner Stadtteil werden. Die Gemeinde steckte in dieser Zeit in großen finanziellen Schwierigkeiten und sah daher einer Eingemeindung positiv entgegen. Die Hürther Nachbarn hatten nur wenig Interesse an der Aufnahme des Ortes gezeigt. Adenauer wollte auch weitere Kölner Nachbargemeinden in die Stadt integrieren. Aus diesen Gemeinden jedoch kam heftiger Protest. 1933 ordnete Preußens Innenminister Hermann Göring dann den Anschluss Efferens und Stotzheims an die Großgemeinde Hürth an. Das Wasserwerk blieb auf dem Gebiet der Gemeinde erhalten.

...und das Wasser fließt weiter.

Mitarbeiter Wasserwerk

In den Jahren von 1924 bis 1938 war der Wasserverbrauch von 600.000 Kubikmeter auf 1.200.000 Kubikmeter angestiegen. Dem doppelt so hohen Bedarf begegnete man, indem man einen Pumpenschacht zu einem weiteren Brunnen ausbaute. 1931 beschloss die Verwaltung, Wassermesser in alle Haushalte einzubauen, um den tatsächlichen Verbrauch genauer als bisher abrechnen zu können. 1937 verfügte jeder Hürther Haushalt über seinen eigenen Wassermesser.

1939 - der Krieg brachte auch Veränderungen für die Hürther Wasserwerker und zwang zum Wassersparen. Arbeiter wurden einberufen. Man stellte zwei Auszubildende ein, um der Situation zu begegnen. Die Freude am gerade neu angeschafften Kraftwagen währte nicht lange: Die Wehrmacht zog das Fahrzeug für Kriegszwecke ein.

Die Zeit nach dem Krieg.

Die Brunnenanlage des Wasserwerkes blieb bis 1946 unverändert in Betrieb. Wassernetz und Pumpenstation hatten jedoch schwere Schäden durch die Bombardierungen im Krieg genommen.

Inbetriebnahme Wasserwerk

Am 5. März 1945 besetzten amerikanische Truppen Hürth. An diesem Tag gab es kein fließendes Wasser. Die Einwohner mussten Fußmärsche bis beispielsweise nach Gleuel in Kauf nehmen, um Trinkwasser zu erhalten.

Die amerikanischen Besatzer drängten sehr darauf, dass das Wassernetz schnell wieder in Betrieb kam. Sie fürchteten den Ausbruch von Seuchen. Mit großen Anstrengungen schafften die Wasserwerker diese Aufgabe in verhältnismäßig kurzer Zeit. Materialmangel bedeutete die größte Schwierigkeit bei ihrer Arbeit. Aus der Not machte man eine Tugend: Als Aldenrath 1946 dem Braunkohleabbau weichen musste, demontierten die Mitarbeiter des Wasserwerkes beim Abriss der Häuser die alten Leitungen, reinigten sie und verwendeten sie wieder beim Bau neuer Siedlungen in Efferen.

Die ersten Betriebsfahrzeuge des Wasserwerkes nach dem Krieg waren zwei Handkarren, mit denen die Mitarbeiter Material und Werkzeug transportierten. Bald darauf erleichterten Fahrräder den Transport von Material auf dem Weg zu den Baustellen, bis ein erster Kraftwagen angeschafft wurde.

1949 erweiterte man die maschinelle Anlage des Wasserwerkes um eine weitere Pumpe. Sorgen bereitete den Verantwortlichen ein Umstand: Der Grundwasserspiegel sank. 1951 brachte man daher einen vierten Brunnen nieder.

Ein neues Wasserwerk.

Die Hürther Bürger mit Wasser zu versorgen, war von je her eine Aufgabe, die Weitblick erforderte. Das Hürther Trinkwasser hatte dermaßen an Härte zugenommen, dass die Verwaltung in Zugzwang kam. Man beschloss den Bau einer neuen Brunnenanlage, die Wasser aus einer größeren Tiefe fördern sollte. Das obere Grundwasserstockwerk war zunehmend schädlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt.

Bau neues Wasserwerk

Und so drückte der damalige Bürgermeister Conzen am 17. Dezember 1967 den bekannten roten Knopf: Die neue Wassergewinnungsanlage ging in Betrieb.

Das neue Hürther Wasser kam und kommt aus einer Tiefe zwischen 60 und 110 Metern - sommers wie winters mit einer gleich bleibenden Temperatur von etwa zwölf Grad Celsius. Es besitzt jedoch andere Eigenschaften als das Wasser aus dem ersten Grundwasserstock. Eisen und Mangananteile müssen herausgefiltert werden, überschüssige Kohlensäure wird durch Belüftung entfernt.

Das Hürther Wasser macht Politik.

Rohrverlegung

Die Wasserversorgung der Bevölkerung genoss immer einen besonderen Stellenwert. Das Hürther Wasser übernahm zu Beginn der Siebzigerjahre aber auch noch eine politische Rolle. Im Jahr 1967 beschloss die Regierung, im Rahmen einer kommunalen Gebietsreform kleine Ortschaften zusammenzufassen oder größeren Orten zuzuordnen, um die Verwaltung effizienter zu gestalten. Wie schon 1930 erwägte man, Efferen nach Köln einzugemeinden. Das hätte das sichere Ende des Wasserwerkes bedeutet.

Das Netz der Wasserversorgung sowie das Abwassernetz wollte man jedoch nicht zerteilen. So büßte Efferen zwar über 500 Hektar Land im Grüngürtel jenseits der Autobahn ein, blieb jedoch als Teil der Gemeinde Hürth erhalten. Und damit auch das Wasserwerk. Nur wenige Jahre später, am 27. Juli 1978, durfte Hürth seine Stadtwerdung feiern.

Wassergeschichten.

Immer wieder kam es zu Begebenheiten, an die sich die Mitarbeiter der Stadtwerke gern zurückerinnern. Etwa 1978 wurde es für zwei Mitarbeiter bei einer Routinekontrolle der Leitungen auf der Hürther Autobahnraststätte Ville "gefährlich".

Mitarbeiter im Wasserwerk

Die Installateure wollten einen Tunnel unter der Autobahn sichten. Als sie dazu mit ihrem Werkzeug einen Kanalschacht öffneten, stoppten bewaffnete Kräfte der Polizei und des Bundesgrenzschutzes die zwei. Der Grund: Etwa zu diesem Zeitpunkt sollte der damalige jugoslawische Regierungschef Tito den Autobahnabschnitt mit einem Fahrzeugkonvoi passieren. Die Mitarbeiter stellten sich jedoch als "ungefährlich" heraus und konnten, nachdem der Konvoi den Abschnitt durchfahren hatte, ihre Arbeit fortsetzen.

Fernwärme für Hürth.

Anfang der Sechzigerjahre war Hürth durch den Schadstoffausstoß der umliegenden Industriebetriebe stark belastet. Um die Luft nicht noch weiter mit Abgasen aus privaten Haushalten zu verschmutzen, machte man sich Gedanken, das Abwärmepotenzial aus der Verstromung der Braunkohle zu nutzen.

1966 beschloss der Rat, das geplante Baugebiet Hürth-Mitte mit Fernwärme zu versorgen. Schon 1967 erhielten die ersten Abnehmer die umweltfreundliche Energie. Zunächst erzeugte eine provisorische Heizzentrale die Wärme. Vom 12. Januar 1971 an speiste das Goldenberg-Werk in Knapsack seine Turbinenabwärme als Fernwärme in das Netz ein.

Wärmetausch-Station

Zwei Kreisläufe versorgten und versorgen die Stadt mit Fernwärme: Im Primärkreislauf gelangt 90 bis 130 Grad Celsius warmes Heizwasser über eine 4,5 Kilometer lange Leitung zu den Wärmetauscher-Stationen. Hier werden der Druck und die Temperatur reduziert. Im Sekundärnetz erreicht das Heizwasser die Hausstationen mit einer Temperatur von 70 bis 110 Grad Celsius.

Bis 1978 allerdings trug sich die Fernwärme wirtschaftlich nicht selbst. Eine geänderte Bauweise in Hürth Mitte - statt großer Wohnbauten entstanden Ein- und Zweifamilienhäuser - und die ab 1973 infolge der ersten Ölkrise erlassene Wärmeschutzverordnung, die einen geringeren Wärmebedarf bedingte, waren die maßgeblichen Gründe dafür. Das in dieser Zeit neu errichtete Schulzentrum beispielsweise benötigte nach seiner Fertigstellung nur noch die Hälfte der zuvor veranschlagten Wärmeleistung.

Doch 1978 konnten die Stadtwerke erstmals ein positives Ergebnis bei der Fernwärme verbuchen. "Ganz Hürth an die Fernwärme." Dieser einstimmige Beschluss des Rates war für die Stadt Hürth der Anlass, ab 1980 die Fernwärme entsprechend ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten auszubauen. Bis 1981 erfolgte die erste Umsetzung mit finanzieller Hilfe durch die Zukunfts-Investitions-Programme (ZIP I und ZIP II) des Bundes und der Länder. Im Vordergrund standen Bestrebungen, die emissionsfreie Zone der Stadt weiter auszudehnen und den Einsatz von fossilen Brennstoffen zu vermindern. Darüber hinaus hatte sich nach der zweiten Ölkrise 1978 die Fernwärme aus Hürth als sehr preisstabil erwiesen.

1980 bis 1987 erhielt der gesamte Stadtteil Alstädten-Burbach Fernwärme. Ab 1983 erfolgte dann die großflächige Erschließung Hermülheims, nachdem sich dort in einer Befragung 1982 überraschend viele Bürger für die umweltfreundliche Energie ausgesprochen hatten. Bis 1987 kamen noch Hürth-Stotzheim und Teile von Alt-Hürth hinzu. Im Jahr 1998 erhielt nach Gleuel der letzte Berrenrather Abschnitt den Anschluss an das Fernwärmenetz. 1996 erweiterte man die Erweiterung die Primäranlagen vom Goldenberg-Werk um 50 Megawatt. Eine 3.000 Meter lange Doppelleitung und eine neue Wärmetauscherstation wurden realisiert. Am 30. Juni 2000 betrug der Jahreswärmebedarf für Hürth rund 100 Megawatt. Das entspricht einer Heizölmenge von etwa 22,5 Millionen Litern und damit rund 22 Tonnen Stickoxiden, 45 Tonnen Schwefeldioxiden sowie über 42.600 Tonnen Kohlendioxid, die nicht durch fossile Brennstoffe in Hürther Heizungen freigesetzt werden.

  

Mit der Fernwärme in die Zukunft.

Mittlerweile sind rund 3.600 Häuser in Hürth an das Fernwärmenetz angeschlossen. Der Ausbau ist noch nicht abgeschlossen.

Seit August 1999 liefern die Stadtwerke Fernwärme nach dem so genannten Wärmekonzept. Reichten die Leistungen der Versorger früher nur bis zum Hauseintritt, so geht der Service heute viel weiter; zum Vorteil der Kunden. Die Stadtwerke stellen die Kompaktstation nebst Warmwasserbereitung zur Verfügung. Die Anlage bleibt im Besitz der Stadtwerke, die sich auch um Wartung und Service kümmern.

Auch künftig können Neubaugebiete Fernwärme beziehen; der Ausbau des Netzes geht weiter. In Altbaugebieten kann das Netz ebenfalls noch erweitert werden, sofern genügend Haushalte einem Fernwärmeanschluss zustimmen.

Abschied von einem jungen Wahrzeichen.

Wasserturmsprengung

1965 nahm man den Wasserturm in der Kranzmaar außer Betrieb, er hatte ausgedient. Ein neuer Hochbehälter auf dem Hürther Berg übernahm nun seine Aufgaben. 1980 dann verschwand das Bauwerk mit Wahrzeichencharakter endgültig: Die Stadt hatte das Grundstück an die Höchst AG verkauft. Der Verkaufsvertrag enthielt die Auflage, dass der mittlerweile baufällige Wasserturm durch die neuen Besitzer abgerissen wurde.

Verkauf der Stadtwerke?

Stadtwerkegebäude

Eine heftige Finanzkrise sorgte Anfang der Achtzigerjahre in Hürth für Aufregung. Der damalige Stadtdirektor Dr. Georg Rogge sah im Verkauf der Stadtwerke an das RWE den wichtigsten Schritt, um der Finanzmisere zu begegnen.

1982 wurde dann über diese Frage im Rat entschieden. Das RWE hätte damals lediglich der kompletten Übernahme der Stadtwerke zugestimmt. Die Verantwortlichen bei der Stadt wollten jedoch nur einer Teilveräußerung stattgeben. So blieben die Stadtwerke letztendlich weiterhin Teil der Verwaltung.

Das Hürther Wasser heute.

Das aus sechs Tiefbrunnen geförderte Grundwasser enthält Kohlensäure sowie Eisen- und Mangananteile. Über eine Sammelleitung gelangt es in die Entsäuerungsanlage, die aus drei acht Meter hohen Edelstahltürmen besteht. Die Kohlensäure wird durch Verrieseln "von oben" bei Luftzufuhr "von unten" ausgetrieben. Die gleichzeitige Sauerstoffsättigung des Wassers bedingt, dass Eisen- und Mangananteile ausflocken. Die ausgeflockten Rückstände bleiben in acht mit Kies gefüllten Schnellfiltern zurück. Sobald das Wasser diese Filter verlässt, erfüllt es alle Bedingungen der Trinkwasserverordnung. Das fertige Trinkwasser wird in zwei jeweils 1.000 Kubikmeter fassenden Behältern auf dem Wasserwerksgelände gespeichert, bevor es über Pumpen in das 280 Kilometer lange Versorgungsnetz mit zirka 12.500 Hausanschlüssen gelangt. Neben den Wasserspeichern im Wasserwerk, die gleichzeitig als Vorlagebehälter für die Netzpumpen dienen, bestehen zwei weitere Behälter mit je 2.000 Kubikmetern Inhalt im Bereich des Hürther Berges.

Die reine Speicherkapazität deckt heute etwa Hälfte des durchschnittlichen Tagesverbrauchs. Die durchschnittliche Tagesfördermenge liegt bei 11.000 Kubikmetern.

Während die Hürther Bürger 1924 etwa 600.000 Kubikmeter Wasser jährlich verbrauchten, liegt der Jahresverbrauch heute bei zirka 3,5 Millionen Kubikmetern; die Versorgung ist auf lange Zeit gesichert.

In den letzten zehn Jahren ist der Wasserverbrauch pro Kopf wieder leicht zurückgegangen: Ein gesteigertes Umweltbewusstsein hat sich in den Köpfen der Hürther Bürger zu unser aller Wohl durchsetzen können.

Durchschnittlicher Wasserverbrauch in deutschen Haushalten am Tag:

Bereich Verbrauch in Liter
Körperpflege 46
Fäkalien 40
Wäsche waschen 17
Spülen 8
Garten 3
Essen und Trinken 3
Wohnungsreinigung 6
Sonstiges 5
Summe 128

Was die Zukunft bringen wird.

Auch im neuen Jahrtausend stehen die Stadtwerke Hürth weiterhin in der Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Doch gleichzeitig sehen sie sich im Wettbewerb eines liberalisierten Energiemarktes und - absehbar - eines freien Wassermarktes.

Darauf stellen sich die Stadtwerke ein.

Wasserturmbau

Ein wichtiges Schlagwort für künftige Versorgungsaufgaben heißt: Multi-utility-Angebote. Große private Ver- und Entsorgungsunternehmen setzen dies bereits um; nämlich ihren Kunden für eine Vielzahl von Geschäftsfeldern konzentrierte und umfassende Angebote zu unterbreiten, diese Kunden konzentriert und kompetent zu beraten und rund um die Uhr zu betreuen.

In Zukunft würden die Stadtwerke gern der technische Dienstleister der Stadt Hürth und seiner Bürgerinnen und Bürger sein; der zentrale Ansprechpartner für alle Fragen und Belange von Grundstückseigentümern rund um die Ver- und Entsorgung, den Straßenbau, die Grünflächenpflege und die Straßenbeleuchtung.

Die Zukunft kommt - wir sind bereit. Seit 100 Jahren.


Zentraler Kundenservice

Friedrich-Ebert-Straße 40
50354 Hürth
(im Rathaus, 5. Obergeschoss)

 

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Montags bleibt das Entsorgungscenter geschlossen.